Hospizbewegung Oldesloe und Umgebung e.V.



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DenkMal !?

Mai 2014

 

Vom Scharf-Sehen

Immer wieder passiert es:

Wir richten unseren Blick, eng fokussiert, auf genau einen Bereich in unserem geistigen Blickfeld. Dabei merken wir oft gar nicht, dass dabei der größte Teil des gesamten Gegenstandes in Unschärfe versunken ist. Zusätzlich ist das Bild, zu dem wir fähig sind, sowieso nur ein kleiner Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Und noch nicht einmal diesen kleinen Ausschnitt können wir spontan klar überblicken.

An sich kein Problem, wenn wir uns dieser Engsicht bewusst sind. Aber wenn wir unseren momentanen und beschränkten Blick auf das Leben für das Ganze halten? Wenn dieser Ausschnitt mit seinem sehr begrenzten Schärfebereich dann Grundlage unserer Emotion ist und von uns als Entscheidungsgrundlage für ausreichend gehalten wird?

So fühlen wir uns - auch und gerade - in der Begleitung Sterbender und Trauernder manchmal abgelehnt, zurückgestoßen, nicht in der Weise gewürdigt, wie wir es verdient zu haben meinen. Wir haben dabei unsere ganz spezielle Brille vor unserem Auge - und unserem Herzen.

Wenn wir den Blick schweifen lassen, das Blickfeld erweitern, hin zu unseren eigenen ( vielleicht unerfüllten ) Bedürfnissen, dann erkennen wir, dass uns unsere Gefühle wie alte Bekannte regelmäßig besuchen. Alte Bekannte und doch zunächst gar nicht bewusst wahrgenommen, im Unschärfebereich unseres Erst-Bildes übersehen. Und genau wie alten Bekannte können wir uns ihnen zuwenden: mit ein wenig Abstand ( der übrigens auch in der Fotografie den Blick- und Schärfebereich deutlich erweitert ), mit liebevollem Verständnis, mit einem freundlichen Willkommens- und Abschiedsgruß, eventuell sogar mit einem verstehenden Schmunzeln. Ohne den erweiterten Blick und die bewusste Nach-Schärfung kann es passieren, dass ich den ersten, spontanen, schmalen Ausschnitt für das Ganze halte.

Was wünschen sich die Fotografen? "Gut Licht!"

DenkMal!            Euer Gerd Boos


 

Der sterbende Mensch mit seinen körperlichen und psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt
„Hospiz ist weniger ein Ort oder ein Platz, sondern eine bestimmte Art, die letzte Lebenszeit zu erleben, also eine Art Lebenseinstellung.“

Cicely Saunders,
Gründerin der Hospizbewegung in England


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