Hospizbewegung Oldesloe und Umgebung e.V.



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DenkMal !?

Juni 2014

 

Ich ........    -       also bin ich.......

Was haben wir nur aus diesem Satz gemacht?

Leichtfertig nehmen wir eine scheinbar geringfügige Veränderung vor - mit großer Wirkung :

NUR WENN ich .., DANN bin ich .. Also die Frage:

Woraus definiere ich mich?

Was stelle ich alles auf die Beine, um das Gefühl zu haben: ich bin... ?

DenkMal kommt natürlich nicht an der cartesianischen Version vorbei:

Ich denke,   also bin ich

Sicherlich war von Herrn Descartes nicht bezweckt, Bedingungen anzugeben, die zu erfüllen seien, ehe ich mich als Person (berechtigt) fühlen darf. Aber man hat uns seit frühester Kindheit beigebracht, dass es solche Kausalitäten gibt.

Ich bin ... brav, also bin ich ... willkommen
ich bin ... charmant, also bin ich ... liebenswert
ich bin ... erfolgreich, also bin ich ... geachtet
ich bin ... selbstlos, also bin ich ... ein guter Mensch
...

oder allgemeiner:

ich erfülle Erwartungen, also bin ich berechtigt

Zu dieser Denkweise, Bedingungen für einen "Platz im Himmel" aufzustellen, hat auch die christliche Tradition einiges beigesteuert. Aber der Glaube Jesu Christi könnte auch in dem hoffnungsvollen Satz zusammengefasst werden:

Ich bin ein Kind Gottes, von Ihm bei meinem Namen gerufen, also bin ich geliebt.

Klingt schön - in der Theorie.

Wann wirklich glauben wir das in seiner ganzen Tiefe und vertrauen darauf?

Wann haben wir den Mut, ein selbstbestimmtes Individuum durch die bewusste und kritische Distanz zu den tatsächlichen oder vermeintlichen Erwartungen und Bedingungen zu werden?



Ich denke, also bin ich!

DenkMal, wie oft und regelmäßig Du nach den Bedingungen schielst, deren Erfüllung Dir die Berechtigung zum Sein verschaffen sollen - als Eintrittskarte in den Club der Guten.

Euer Gerd Boos


 

Der sterbende Mensch mit seinen körperlichen und psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt
„Hospiz ist weniger ein Ort oder ein Platz, sondern eine bestimmte Art, die letzte Lebenszeit zu erleben, also eine Art Lebenseinstellung.“

Cicely Saunders,
Gründerin der Hospizbewegung in England


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